Glück, so ein Schmarrn.

Jeder spricht von Glück. Das Internet in voll von Sprüchen dazu. Jeder sucht sein Glück.
Das Internet ist von Ideen, wo das Glück zu finden ist.
Jeder will glücklich sein. Das Internet ist voll von Vorschlägen, wie man glücklich wird.

Glück ist ein Gefühl. Manchmal kribbelt es, vielleicht im Bauch. Manchmal klopft das Herz dabei.

Ja, aber ist die Suche nach dem Glück nicht Bullshit? Eine Fata Morgana, der man nachjagt? Gibt es Glück wirklich? Ist nicht Zufriedenheit das Motto der jetzigen Zeit?

Ist Glück das Ziel?

Ich hatte einen Wunsch in meinem Leben, der wirklich präsent war. Der war präsent mindestens seit ich Anfang 20 war. Ich habe mich nie gescheut anderen davon zu erzählen. Dieser Wunsch war einfach da, ständig in mir.
Über die Jahre kam ich meiner Wunscherfüllung näher. Erst 1/3, dann 2/3. Und dann hat es mir auch erst mal gereicht. 2/3 fand ich schon ziemlich gut. 

Aber dann war klar, mehrere Jahre lang, dass das letzte Drittel nicht erreicht werden sollte. Mein Wunsch war aber (nahezu omni-)präsent. Ich erzählte also anderen weiter davon und auch davon, dass mein Wunsch nicht in Erfüllung geht. Ich habe geweint darüber und habe Ersatz gesucht. Habe Dinge getan, die mir ein Stück von dem geben, was ich mir von der Erfüllung meines Wunsches erhofft hatte. Und doch wurde es über die Jahre nicht leichter.
Es wurde auch nicht schwerer. Ich meine, dass mein Wunsch nicht 100% in Erfüllung ging, war kein Weltuntergang. Für mich nicht, für andere auch nicht.

Trotzdem, ein Stück vom großen Glück reichte mir nicht. Ständig sah ich vor mir, wie es wäre, wenn mein Wunsch vollständig in Erfüllung ginge. Diese Vorstellung war zum Teil sehr real. Ich hatte dieses Kribbeln in mir. Dieses Gefühl im Herzen, das einem sagt, „dass es jetzt richtig ist.“ Ich merkte auch, wie meine Angst größer wurde, am Ende meines Lebens zu sagen, dass die Erfüllung dieses Lebenswunsches das Einzige ist, was mir im Leben fehlte. Das war auch ein bisschen belastend. 

Irgendwann, als ich mich wirklich nicht mit meinem unerfüllten Wunsch beschäftigte, wurde mir plötzlich bewusst, was es war, das mir fehlte: Vollständigkeit. Ich wollte mich vollständig fühlen. Und ohne das letzte Drittel meines Wunsches würde das nicht passieren.

Ich sprach dieses Bedürfnis laut aus….

Heute bin ich glücklich.

Und heute habe ich ein Gefühl tiefer Zufriedenheit. Das Gefühl von Vollständigkeit. Kribbeln im Bauch, Herzklopfen. Aber auch Energie, Freude und Kraft. Manchmal nur leicht da, und manchmal ganz plötzlich ganz stark.

Mein 3. Kind. Mein wichtiges Stück vom Glück.